Solvency II: Regeln für Versicherer entschärft
Europäische Aufseher kommen der Versicherungsbranche entgegen
Laut einem Artikel der FAZ, Samstagausgabe v. 10.04.2010, haben die europäischen Versicherungsaufseher, Zusammenschluss von 27 nationalen Behörden im europäischen Ausschuss Ceiops, ihren Vorschlag für neue Kapitalanforderungen entschärft.
Zurückzuführen ist dies aufgrund der Kritik seitens Branchenvertretern und Fachleuten, dass in den Vorschlag zu stark negative Erfahrungen aus der Finanzkrise eingeflossen seien. Hätte der Vorschlag in der ursprünglichen Form weiterhin bestand gehabt, müssten die Versicherer erheblich mehr Eigenkapital vorhalten, als bei dem neuen risikobasierten Ansatz notwendig sei.
Die Ceiops plant zwischen August und November zu testen, wie sich die Anforderungen auf die Kapitalisierung der Versicherungsunternehmen auswirken wird. Hierbei handelt es sich um den letzten Test (QIS5) von insgesamt fünf Tests.
Laut dem portogiesen Gabriel Bernadino, amtierender Ceiops-Chef, zeigt die vorläufige Analyse, dass die Solvabilitätsanforderungen steigen werden im Vergleich zu QIS 4. Gleichzeitig wäre aber damit zu rechnen, dass die technischen Rückstellungen geringer ausfallen würden. Der Rückversicherungsschutz würde zudem ebenso stärker berücksichtigt.
Auch der Branchenverband GDV geht mittlerweile davon aus, dass die Kapitalanforerungen geringer als befürchtet ausfallen werden. Risikofaktoren in der Haftpflichtversicherung seien seitens Ceiops verschärft worden.
Ab 2013 ist in den Aufsichtsregeln Solvency II vorgesehen, auf das Prämienvolumen ein komplexes Risikomodell anzuwenden und nicht mehr nur eine Rechenformel.
(Quelle: FAZ, Druckausgabe vom 10.04.2010)





